Rennsteigvorbereitungen

21. April 2013

Die Saison 2012 bestand ja so von Heute aus betrachtet nur aus Katastrophen – Frühlingsmarathon vergeigt, Herbstmarathon krank und New York wurde abgesagt. 2013 muss also von Grund auf anders angegangen werden. Die erste Änderung bestand darin, keine Marathonbestzeit im Frühjahr anzugehen, sondern sich mit ein paar lockeren Läufchen auf den Rennsteiglauf vorzubereiten. Nachdem in Brandenburg am 3. März der erste Trainingsmarathon absolviert wurde, stand am 21. April der Heimatmarathon in Leipzig auf dem Programm. Um nicht komplett planlos mitzumachen, bot ich mich kurzerhand als Zeitläufer für die 3:15 an und durfte Ronald unterstützen. Der war eine Woche zuvor über 100km Vizemeistergeworden und wollte nicht, dass seine Beine einrosten.

Ich hatte etwas bedenken, ob ich das schaffen werde und insbesonders wie ich es klappen könnte, 42 km konstantes Tempo zu laufen. 4:36 war die Vorgabe und immerhin hatte ich die Woche vor dem Marathon intensiv das Tempo geübt. Nach dem Start mussten wir immer etwas bremsen und hatten eine riesige Traube Menschen hinter uns, die unseren Service gern in Anspruch nahmen. Die Kilometerzeiten waren immer leicht unter der Vorgabe, so dass ich mit ca. einer Minute Vorsprung an der Halbmarathonmarke rechnete. Die hätten wir auch gehabt, wenn der letzte Skater vor uns in der Richard-Lehmann-Str. gewesen wäre. Die Skater mussten den für die Völkerschlacht eingeführten Kringel nicht mit fahren und deshalb auf der Richard-Lehmann die Wendeschleife etwas länger ausfahren. Der Streckenposten hatte die Anweisung, nach dem letzten Skater das Gatter umzustellen und da Skater 15 Minuten vor den Marathonis starten und es bis zu dieser Stelle nur ca. 11 km sind, klappt das im Prinzip auch. Niemand rechnete damit, dass jemand mit Rollen an den Füßen für eine Runde 2:05:09 benötigt. Es gab aber jemanden…. Wir mussten deshalb auch die Skaterschleife mitlaufen, was die Minute erklärte, die uns auf Halb fehlte. Da wir die Aufklärung des Sachverhaltes bis dahin nicht wussten, gingen wir davon aus, dass wir auch in der zweiten Runde etwas weiter laufen müssen und hielten das Tempo hoch – als Zeitläufer spielt die Entfernung eine untergordnete Rolle. Der Wind war auf der zweiten Runde richtig fies und ich musste mich mehrmals zurückfallen lassen, um die Gruppe ganz eng gegen den Wind zu formieren. Die Prager hoch waren es bestimmt noch 20 Läufer, die engen Kontakt hielten. Als wir auf die Wendestelle zuliefen und sahen, dass sie diesmal ca. 100m weiter vorn stand, gewannen wir auf einen Schlag 1:30 dazu und hatten nun ein sehr komfortables Polster für die restlichen 10km. Eingangs der Kurt-Eisener lief ich mit ein paar Freiwilligen etwas schneller und Ronald sicherte mit einer etwas defensiveren Strategie für die Nachhut die Pace. Bis zum Ziel war es nun nicht mehr weit und ich erreichte nach kurzer stratetegischer Prophetenpause exakt bei 3:14:59 die Ziellinie. Insgesamt brachten wir ca. 8 Läufer unter ihrer Zielzeit ins Ziel und alle freuten sich sehr darüber. Für mich war es eine sehr schöne Erfahrung und falls mich ein Veranstalter braucht – meine Schuhgröße ist US 10….

In drei Wochen ist Rennsteig und ich will an einem Tag 72km laufen – bekloppt, oder?